Wenn Du es einem sechs Jahre alten Kind nicht erklären kannst, verstehst du es selbst nicht.
~ Albert Einstein
Der gelungene Internet-Auftritt - Step 2

So, wie sieht’s aus? Hier kommt nun wie versprochen der zweite Schritt in Richtung gelungener Internet-Auftritt.

Step 2 ~ Definition des SOLL-Zustands

Nachdem nun alle bei Step 1 möglichst viel Wissen gesammelt haben, vielleicht sogar schon erste Ideen entstanden sind, wird in Step 2 versucht, den SOLL-Zustand für das Web-Projekt festzulegen.

Wie schon angekündigt geht es dabei um die Frage möglicher Inhalte. Oder vielleicht besser gesagt darum, zu überlegen, welche Inhalte die Besucher Ihrer Webseite wohl bei Ihnen suchen?

Ist doch dasselbe denken Sie? Nein, ist es nicht. Der Unterschied besteht in der Herangehensweise.  Wenn Sie sich nur fragen, welche Inhalte Sie haben, dann wird Ihr Internet-Auftritt allein die Sichtweise Ihres Unternehmens, mit einer Darstellung aus dem Blickwinkel Ihrer Firmen-Hierachie und Ihrer Produkt-Kategorien spiegeln.

Die Frage „Was suchen meine Besucher“ dreht den Blick.

Die gegebenen Strukturen einer Firma decken sich leider häufig nicht mit den Interessen der Besucher einer Internet-Seite. Deshalb – versuchen Sie, die Sicht zu wechseln – versetzen Sie sich von Anfang an in die Lage Ihrer Besucher. Überlegen Sie, wer auf Ihrer Website vorbeikommen soll.

Machen Sie sich ein Bild von Ihren Besuchern.

Warum? Ihre wichtigsten Besucher werden mögliche Kunden sein. Daher sollten Sie wissen, wie diese typischerweise daher kommen. Beantworten Sie folgende Fragen:

  • Wie alt sind meine Kunden?
  • Wieviel haben meinen Kunden im Geldbeutel?
  • Wann besuchen mögliche Kunden meine Homepage?
  • Was braucht er, um sich für mein Unternehmen zu entscheiden?

Es ist doch so, anstatt Ihnen, führt für Sie im Internet Ihre Homepage mit dem potentiellen Kunden das erste Verkaufsgespräch – schriftlich. Wenn der Interessent sich gut beraten fühlt, dann ist das Ende des Gesprächs ein erster Anfang: Der Besucher nimmt zu Ihnen Kontakt auf, kauft direkt Produkte, wenn es sich um einen Online-Shop handelt oder er beauftragt Sie sogar gleich mit einem Projekt.

Außerdem könnten auch potentielle Geschäftspartner Ihre Webseite besuchen, um sich einen ersten Überblick über Ihre Firma zu machen; Bewerber, die wissen wollen, ob es für sie erfolgversprechend ist, sich bei Ihnen vorzustellen oder sogar auch Presseleute, die über Ihr Unternehmen berichten wollen. Sie sehen schon – alle kommen auf Ihre Webseite mit ganz unterschiedlichen Ambitionen.

Benutzergruppen definieren

Um sich eine genauere Vorstellung von den möglichen Besuchern Ihrer Homepage zu machen, erstellen Sie am besten eine aussagefähige Liste. Zuerst werden Benutzergruppen festgelegt, das typische Profil beschrieben. Dann wird für jede Gruppe die erforderliche Botschaft festgelegt. Wie im echten Leben werden auch die Besucher im Netz zufrieden sein, wenn beim „Schlendern“ durch Ihre Seite Ihr Wunsch nach Information, Emotion, Sicherheit und etwas Neuem erfüllt wird.

  • Emotion: Versuchen Sie eine emotionale Verbindung zu Ihrem Besucher herzustellen. Wenn der nicht weiß, warum er auf Ihrer Homepage ist, wird er auch nicht lange bleiben  – persönliches Profil des Unternehmens (Management, Mitarbeiter, Gründungs-Story etc.), Referenzen von Kunden, sympathische Fotos, Erlebnis (verwandeln Sie z.B. einen langweiligen Fragebogen in eine unterhaltsame Reise, die der potentielle Kunde gerne antritt). Zeigen Sie Ihr wahres Ich. Ihr Internet-Auftritt sollte Ihren Charakter, Ihre Einstellungen und Ihre Qualitäten (als Individuum oder als Firma) widerspiegeln.
  • Information: Klare Produkteigenschaften, Preis, Bestell-Möglichkeiten, Informationen zum Unternehmen (Geschichte, Besitzverhältnisse, Auszeichnungen), Beachtung aktueller rechtlicher Regelungen.
  • Innovation: zeitgemäße Präsentation, trendige Begriffe, Information zur Aktualität – locken Sie die Besucher auf Ihre Webseite, lassen Sie aber auch Freiräume zum Entdecken; hinter jeder Kurve wartet etwas Interessantes.
  • Sicherheit: Qualitätsbeweise für das Produkt (Zertifizierungen, Testimonials u.ä.), Argumente für das Unternehmen (seriöser Auftritt, Bonität, Auszeichnungen, Verlinkungen) – liefern Sie Qualität.

Domainname

Wie wollen Sie eigentlich heißen? Einen spannende Frage, wenn Ihre Webseite komplett neu ins Netz gehen soll. Folgende Kriterien sollten Sie bei der Suche nach einem passenden Namen unbedingt im Hinterkopf haben:

  • Einzigartigkeit (keine Verwechslungsgefahr mit anderen Unternehmen)
  • Rechtliche Unbedenklichkeit (keine Marken, Unternehmensnamen, Prominenten-Namen, Städte, staatliche Einrichtungen, Zeitschriften- oder Filmtitel.)
  • Emotionale Ansprache (überwiegend positive Assoziationen)
  • Einfachheit (kurz und gut merkfähig, leicht auszusprechen und schnell zu schreiben)
  • Überprüfung der tatsächlichen Verfügbarkeit Ihres Namenswunsches. Für „.de“-Weseiten können Sie dies schnell bei Denic für „.com“-Webseiten bei NIC-whois herausfinden.

Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie zum Thema Namensfindung auch externe Dienstleister fragen oder auf eine Vielzahl von Büchern zurückgreifen; tippen Sie dafür nur mal bei Amazon das Stichwort „Domain-Name“ ein. Das Angebot ist allerdings nicht ganz so groß wie zum Thema „Vornamen“.

Der Domain-Name spielt schließlich eine entscheidende Rolle für den geschäftlichen Erfolg einer Internet-Seite. Aber Vorsicht – hier lauern auch juristische Stolperfallen. Schon bei der Namensgebung des Internet-Auftritts müssen rechtliche Regeln beachtet werden. Die Registrierung eines fremden Namens gilt bereits als unbefugte Namensanmaßung, gegen die der Namensträger gerichtlich vorgehen kann.

Keywords festlegen

Jetzt ist auch der Moment, wo Sie sich über die für Sie passenden Keywords Gedanken machen sollten: Schlüsselwörter, die bei Suchmaschinen wie Google und Co. eingegeben werden. Können Sie abschätzen, mit welchen Begriffen nach Ihren Leistungen gesucht wird? Häufig sind es keine einzelnen Wörter sondern Begriffspaare wie beispielsweise „Website aktualisieren“ oder auch „Umweltverträglicher Dünger“. Es lohnt sich, wenn Sie sich für die Sammlung dieser Wörter ein wenig Zeit nehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt kann Sie dann eine Online-Agentur oder ein Suchmaschinenoptimierer dazu beraten, welche Begriffe zweckmäßig sind. Die Keywords können dann im Text, aber auch im sogenannten Meta-Text gezielt verwendet werden und später dafür sorgen, dass Suchmaschinen Ihre Seite besser finden, und bei den Interessenten die Klickrate gesteigert wird.

Social Media

Außerdem sollten Sie sich, auch wenn Sie jetzt noch nicht aktiv werden möchten, zumindest schon mal ein wenig Gedanken darüber machen, wie Sie zukünftig mit sozialen Netzwerken umgehen möchten. Seien Sie ehrlich mit sich selbst – Was können, möchten, müssen Sie einbinden? Auf was können Sie verzichten? Facebook, Youtube, Twitter oder auch Xing  – allesamt Besuchermagnete im Web. Auch hier gilt wie in Frankfurt auf der Zeil – wo viele Menschen sind, da sind auch viele potentielle Kunden. Anregungen zu einem Strategieplan in Social Media finden sich mannigfaltig in unterschiedlichsten Büchern, bei Social Media Agenturen oder Freelancern, die man z.B. über Xing oder Twago aufspüren kann.

Bei all Ihren Grübeleien – überlegen Sie immer: Was Ihr Alleinstellungsmerkmal ausmacht? Wo sind Sie authentisch?

Wenn Sie jetzt also den SOLL-Zustand festgelegt haben, dann wird es im nächsten Step konkret.
In Step 3 geht es um den Bau eines Rahmens für Ihren Internetauftritt, das Gerüst. Es soll das Interesse Ihrer Besucher nicht nur wecken,  sondern es auch wach halten. Der wichtigste Teil Ihrer Homepage ist daher die Startseite. Fassen Sie sich kurz und versuchen Sie, die Aufmerksamkeit des Besuchers in kürzester Zeit zu wecken. Kommt ein Besucher das erste Mal auf Ihre Website, möchte er direkt die gesuchten Infos finden. Muss er zu lange suchen, wird er nicht lange bleiben und klickt weiter.

Es wird also spannend. Aber erst in Step 3 – demnächst hier…

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