Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen.
~ Yoda

M. C. Escher - Die unendliche TreppeAuch meine Urlaubszeit rückt tatsächlich in greifbare Nähe. Mal schauen, vielleicht gelingt es mir ja, dem ein oder anderen noch ein paar Hausaufgaben für die Zeit mit auf den Weg zu geben, in der ich dann faul in der Sonne entspanne…

Mit Step 2 haben Sie sich nun also über den SOLL-Zustand Ihres Internet-Auftritts den Kopf zerbrochen. Jetzt geht es darum, ein haltbares Gerüst für Ihre Webseite zu bauen. Es soll das Interesse Ihrer Besucher nicht nur wecken,  sondern es auch wach halten. Der wichtigste Teil Ihrer Homepage ist daher die Startseite.

Step 3: Rahmen bauen

Die Startseite – Fassen Sie sich kurz und versuchen Sie, die Aufmerksamkeit des Besuchers in kürzester Zeit zu wecken. Kommt ein Besucher das erste Mal auf Ihre Website, möchte er direkt die gesuchten Infos finden. Muss er zu lange suchen, wird er nicht lange bleiben und klickt weiter.

Startseite und Profil

Kommen Sie schnell zum Wesentlichen und langweilen Sie Ihre Besucher nicht mit unnötigem Firlefanz. Animationen sollten kurz und knackig sein. Vergessen Sie nicht, bei längeren Animationen den Skip-Button einzurichten. Nehmen Sie Musik nie als Endlosschleife auf, wenn sie nur wenige Sekunden lang ist, und vergessen Sie den Sound-Aus-Button nicht! Menschen haben unterschiedliche Vorlieben, auch bei der Musikwahl. Testen Sie Ideen zuerst an sich selbst, aber lassen Sie sich nicht mitreißen. Amüsieren Sie sich nicht, wird es wahrscheinlich auch sonst niemand tun. Machen Sie Ihre Ideen daher nicht zu lang oder komplex. Kurze, großartige Ideen können oft unterhaltsamer sein, als ein dreistündiger Monumentalfilm.

Was ich damit sagen will? Verschenken Sie nicht leichtsinnig Ihren Türöffner, die STARTSEITE. Langatmige Flash-Intros mit blickenden Weihnachtskugeln und fetten Pfeilen, die ins Nirvana weisen, haben eigentlich noch nie wirklich ins Schwarze getroffen. Auf der Startseite ist der Platz für spannende Inhalte. Hier müssen Sie klar machen, welches außergewöhnliche Angebot Sie haben, informieren Sie, auch über Aktuelles in Ihrer Firma, und bieten Sie für jeden sichtbar eine Kontakt-Möglichkeit an.

Ein fremder Besucher hat zunächst kein Bild von Ihnen, er kann Sie nicht einordnen, möchte sich daher einen ersten Eindruck verschaffen. Nach dem Besuch der Startseite folgt, wenn Sie Glück haben und Ihr Geschäftseingang einen aufgeräumten, sauberen Eindruck gemacht hat, häufig der nächste Klick auf die Kategorie PROFIL oder ähnlich benannten Bereich mit Infos zu Ihrer Firma. Und auch hier, kann man den Besucher schnell wieder dazu bringen, die Tür von außen zu schließen.
Wenig spannendes, mit Allgemeinplätzen gespicktes „Mission Statement“ oder eine Firmenchronik in Form einer Jahreszahlen-Auflistung sind nicht wirkliche Bringer und wirken schnell abgelutscht oder verstaubt. Dabei gibt es zu jedem Betrieb und seinen Personen interessante Geschichten zu erzählen.

Das Profil ist der Bereich, in dem Sie im anonymen Umfeld des WWW Gesicht zeigen. Allein Fotos der Geschäftsführung sind hier ein nettes Mittel. Noch besser, Sie erklären, wie die Firma entstanden ist, welche Geschäftsziele Sie verfolgen und wodurch Sie sich von der Konkurrenz abheben. Der Besucher muss verstehen, um was es dem Unternehmen geht – Kompetenz und Leidenschaft müssen vermittelt werden. Gestalten Sie das Firmenportrait lebendig.

Navigation

Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen – Besucher halten sich durchschnittlich gerade mal zwei Minuten auf einer Webseite auf. Wenig Zeit, die Sie wirkungsvoll nutzen sollten. Aber wie?

  • Mit Hilfe einer durchdachten Navigation, die den Interessenten mit wenigen Klicks zur richtigen Info führt;
  • durch eine kluge Text-Architektur mit Überschriften, Unterzeilen, Intro-Absätzen, Zwischentiteln, Aufzählungen u.ä. (z.B. „Hier zum Newsletter anmelden.“);
  • mit einer gut sichtbaren Kontakt-Funktion auf jedem! Screen.

Allein mit einem Navigations-Punkt „Kontakt“ ist es gerade beim letzten Punkt nicht getan. Besser, Sie fordern Ihre Besucher demonstrativ dazu auf – z. B. mit einer eigenen Kontakt-Box auf jedem Screen. Die Erfahrung im Hinblick auf die Kontaktaufnahme zeigt immer wieder: Wer im Internet nicht sofort antwortet, tut es später nur sehr selten.

Wenn Sie mit der Planung der Start- und Profil-Seite durch sind, können Sie die weiteren Elemente Ihrer Haupt-Navigation in Angriff nehmen. Auch wenn es bequem erscheinen mag, delegieren Sie diese Aufgabe nicht an einen externen Dienstleister. Warum? Ihre eigenen Überlegungen tragen wesentlich zur Qualität der Navigation bei. Wenn andere diese Überlegungen für Sie übernehmen, zeigt sich häufig zu einem späteren Zeitpunkt im Projekt, dass das von der Online-Agentur verwendete Standard-Navigationsmenü doch nicht so das Richtige für das konkrete Unternehmen ist.

Hilfreich ist, wenn Sie jetzt nochmals Ihre Liste aus Step 2 mit den Bedürfnissen Ihrer Besucher aus dem Ärmel ziehen. Und – schauen Sie sich auch erneut die Analyse des IST-Zustandes aus Step 1 an: Hier hatten Sie doch einige brauchbare Beispiele für Websites und Navigations-Menüs gesammelt. Mit diesem Material können Sie jetzt die einzelnen Begriffe festlegen. Diese Überlegungen werden dann bei Step 4 eine wichtige Grundlage für erfolgreiche Briefing-Gespräche mit der Online-Agentur sein.

Mehr zur erfolgversprechenden Zusammenarbeit mit der Online-Agentur dann in Step 4, wenn es um die Umsetzung des Website-Projekts geht.

Fünf oder Sieben?

In der Regel finden sich immer fünf Themen als Haupt-Navigations-Punkte:

  • Profil – oder auch: Unternehmen, Porträt, Über uns, Wer wir sind etc.
  • Lösungen – oder auch: Leistungen, Antworten, Produkte, Solutions, Philosophie etc.
  • Referenzen – oder auch: Projekte, Kunden, Testimonials etc.
  • Service – oder auch: News, Info, Aktuelles, Blog etc.
  • Kontakt

Diese fünf Haupt-Navigations-Punkte können durch weitere Menüs ergänzt werden, wenn sie sich aus dem besonderen Geschäftsbereich eines Unternehmens herleiten lassen. Empfehlenswert ist jedoch, wenn Ihr Navigations-Menü nicht mehr als sieben Begriffe umfasst, sonst wird es für den Interessenten schon wieder schnell zu unübersichtlich. Zusätzliche Themen können auch gut in Unterkategorien behandelt werden; wie zuvor ist auch hier die magische Sieben das Maximum.

Neben der Haupt-Navigation kann man auch eine zweite Navigations-Möglichkeit auf der Webseite nutzen (als Kopf- oder Fußzeile). Diese ist beispielsweise ein sinnvoller Platz für das rechtlich vorgeschriebene Impressum, einen möglichen Zugang zu einem Extranet, einer weiteren Sprachwahl oder einer zusätzlichen Kontakt-Möglichkeit u.ä.

Hausaufgaben

Die anfangs erwähnte Hausaufgabe für den nächsten Schritt auf dem Weg zu einem gelungenen Internet-Auftritt ist also die Beantwortung folgender Fragen:

  • Welche Punkte soll das Haupt-Navigations-Menü umfassen? (Informations-Bedürfnisse der Besucher beachten)
  • Wie könnten weitere Navigations-Möglichkeiten aussehen? (Fuß- oder Kopfzeile)
  • Welche markanten Elemente, Animationsmöglichkeiten auf meiner Website können bestimmte Besuchergruppen ansprechen? (Info-Boxen, emotionale Bilder, Testimonials, Videos)
  • Wie motiviere ich Interessenten, Kontakt aufzunehmen?
  • Welche Elemente soll die Startseite – die Türklinke – umfassen, um jede Besuchergruppe mit möglichst wenigen Klicks zur gewünschten Info zu leiten?
  • Welchen überraschenden Service kann ich anbieten und mich damit als Spezialist präsentieren?
  • Wie gebe ich der Persönlichkeit meiner Firma ein unverwechselbares Bild auf der Webseite im Umfeld des anonymen Internets?

 

Ich wünsche eine schöne und entspannte Urlaubszeit!

Im September komme ich dann zu Step 4, der konkreten Umsetzung des Website-Projektes.

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3 Responses to Der gelungene Internet-Auftritt – Step by Step ~ 3

  1. Rolf sagt:

    Ein wirklich gelungener Artikel und sehr umfangreich. Insbesondere die Hausaufgaben haben mich auf neue Ideen gebracht. Vielleicht sollte ich einige Aspekte auch für mein Philosophieforum nutzen.

    Gruß
    Rolf

    • fundwerke sagt:

      … freut mich, wenn die Hausaufgaben ankamen :-) und ein paar brauchbare Tipps dabei waren. Wenn ich wieder in der Heimat bin, schau‘ ich auch mal im Philosophieforum vorbei – bin gespannt.
      Sonnige Grüße, Silke

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