Hätt i di_Jodelseminar_fundwerke_3_052014Endlich, endlich hab‘ ich’s am vergangenen Wochenende getan – getan, was man schon immer mal wollte.

Einige werden jetzt sicherlich verständnislos den Kopf schütteln – aber egal! Spätestens seit ich das erste Mal den Juchitzer von Hubert von Goisern & Zabine gehört habe, und ich jedes Mal wieder aufs Neue davon tief bewegt bin, mir die Tränen kommen, wollte ich diese unbändige Freude am wilden, archaischen Juchitzer auch mal selbst spüren.

Zusammen mit meiner Freundin M. haben wir uns im ganztägigen Jodel-Seminar mit 30 anderen ambitionierten Menschen unser Jodel-Diplom erjodelt:

Hätt i di_Jodelseminar_fundwerke_4_052014„Bin noch oben und komm gleich runter!“ oder „Komm zu mir auf den Berg, es gibt ‚was zu essen!“ – früher schickten sich die Menschen per Jodelruf Kurzmitteilungen von einem Berg zum anderen. Heute macht man das mit seinem Handy, aber das Jodeln gibt es nach wie vor.

Bei Josef Ecker haben wir es auf seinem Hausberg, dem Hochfelln, im Chiemgau gelernt. Wenn er selbst jodelt, klingt das so …Hätt i di_Jodelseminar_fundwerke_1_052014

„Wer reden kann, kann auch jodeln“, so unser ‚Trainer‘. Und das, obwohl ich als gebürtige Hessin kein „R“ rollen kann.

Eine kräftige Stimme, die richtige Atmung durch das Zwerchfell und die passende Umgebung; und schon konnte es losgehen.
Auch wenn die Sonne nicht den gesamten Tag bei uns geblieben ist, es zwischendurch ganz schön kalt und neblig war, Erbsensuppe und Grog uns in der Mittagspause gewärmt haben – innerlich blieb’s heiter.

Neben den Jodelübungen erzählt Josef Ecker dann gerne noch ein paar Geschichten, damit das ‚Eintauchen‘ so richtig gelingt: Vom Jäger und der Sennerin, die sich jodelnd verabreden. Von Managern, die sich schenieren. Von Hebammen, die die Kinder am liebsten immer mit einem jauchzenden „Juuu-hu-hu“ begrüßen wollen. Und von gemütlichen Abenden auf der Alm. Jodeln ist nicht nur bloße Schrei-Gaudi.

Jodeln ist aber auch nicht nur andächtiges, mehrstimmiges Intonieren höchster Töne. Es kann schon mal ein bisschen rauer zugehen:
„Hätt i di, hätt i di, hätt i di ä-du-li-ri-ä“ – „Halts Maul, halts Maul, sei still, i geh heim wann i will“.
Zuerst stutzt man ein wenig, aber dann gibt es kein Halten mehr. Das ständig auf- und abhüpfende Wirrwarr aus „Hätt i di“, „Hob i di“ und „ä dul i ri ä“, das in einem langen „Hob i di“ ausklingt, während Josef Ecker einen seufzenden Ton aus dem Akkordeon drückt, macht riesig Spaß.

Hätt i di_Jodelseminar_fundwerke_2_052014Nach fünf Stunden Jodeln mit zahllosen „Diris“, „Dürüs“ und „Huljo-i-rios“ sowie dem eigenen Texten und Vortragen von ‚G’stanzln‘, stellten wir uns alle im Kreis vor den Unterschlupf an der Berghütte. Mit einem letzten Juchitzer bekommt jeder sein Jodel-Diplom überreicht, alle anderen applaudieren. Jetzt hamm ma ‚was Eigenes!

Jodeln ist was Himmlisches – ich bin noch immer ganz hin und weg. Wiederholung nicht ausgeschlossen!

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2 Responses to Hätt i di

  1. Michael sagt:

    Also ich als eingewanderter „Nichtoberbayer“ finde hier ja viele Dinge ein wenig lustig. Ok, meine Frau hat ein Dirndl. Aber wenn ich mir die Burschen in ihren Lederhosen so ansehe, muss ich nicht haben!^^

    Jodeln ist da was richtig Spezielles, die meisten Eingewanderten können das nicht, es liegt den Bayern und ihren Freunden auf den Alpen im Blut.

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