– oder,

wenn das Glück beim Jodeln jede Pore flutet.

Wir haben es wieder getan. Meine Freundin M. und ich. Vor knapp fünf Jahren hatten wir uns das erste Mal getraut.

Und klar, auch jetzt gab es Einige, die verständnislos den Kopf schüttelten. Aber egal – Hauptsache wir sind überzeugt.

Dabei – wem tut es nicht gut, mal so richtig kunstvoll zu schreien – sich zu befreien – bei sich zu sein!?! Jodeln als befreiende Entgegnung!

Lernen der Atemtechnik, Aufbau der Stützstimme, Jodeltechnik und gemeinsames Jodeln – all das erwartet M. und mich.

Wir sind schon ganz gespannt, als wir uns am Sonntag auf den Weg ins verschneite Nirgendwo machen.

Beim Kurs mit Alfons fangen wir erstmal an, wieder zum richtigen Atmen zu kommen. Zwei Stunden intensives in sich hinein spüren. Die Zeit vergeht wie im Flug.
Manche von der Gruppe empfinden ein Kribbeln bis in die Fingerspitzen, ihnen wird zum Teil schwindlig – so viel Luft haben sie schon lange nicht mehr durch ihren Körper fließen lassen.
Tief, ganz tief vom Unterbauch tonen, dem Atem freien Lauf lassen.

Nach der Mittagspause geht es dann mit dem Jodeln los.

Das richtige Atmen verbunden mit den zunächst nicht immer locker, flockig daherkommenden Zungenbrecher-Jodlern ist gar nicht so einfach, macht aber riesigen Spaß.

»holadi djolaradi djolaradi djo hui ria
djolaradi djolaradi djo hui ri
djolaradi djolaradi djo hui ria
heidi holoudi holeidi hloudi a«

Bei jedem neuen Stück spüren wir eine ungeheure Kraft – die eigene, aber auch den Widerhall vom Gegenüber.

Wenn wir so gemeinsam im Kreis stehen, nah beieinander, dann bekomme ich regelmäßig Gänsehaut – von so viel Gefühl ermutigt, versucht jeder selbst den Jodelschlag. Manche zuerst sehr verhalten, dann immer lauter, freier und echter.

Jodeln wirkt. Und es zeigt mir auch etwas über mich. Erstmal muss man sich halt trauen. Großartig, wenn man dann einfach mal so einen Juchitzer rauslassen kann. Gut oder schlecht gibt es dabei nicht!

Bevor wir das letzte Stück gemeinsam singen werden, schließen wir alle die Augen. Alfons will uns zunächst einmal alleine vorsingen, was uns erwartet …

Schon bei den ersten Tönen erkenne ich, was kommen wird: Heast as net (frei nach Hubert von Goisern). Ich spüre genau, dass es M. neben mir auch sofort weiß.
Und da ist es schon um mich geschehen: mit geschlossenen Augen kullern mir ein paar Tränen die Wangen herunter – wenn beim Jodeln die Seele widerhallt.
Tatsächlich fühlt es sich ein wenig wie „Heimkommen“ an.

„Machtig“, würde Alfons sagen.

Das Jodeln hat mal wieder meine Seele berührt und mein Herz gewärmt.

M. und ich werden es auf jeden Fall wieder tun.

WUNDERbar!

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2 Responses to Heast as net

  1. Margot Steinbach sagt:

    und das nächste Mal auf dem Bergl – Glück pur!
    Deine M. XXX

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