Damenwahl_fundwerke_022014Mit meinem Opel Meriva (ich weiß, ich weiß, alles andere als ein Szene-Fahrzeug, aber immerhin in existentiellem Schwarz) wollte ich über eine nicht ganz befestigte, aber offizielle Straße schneller aus unserem, ich gebe zu, etwas abseits gelegenen Ort, die Landstraße in Richtung Weltkulturerbestadt erreichen. Ich war schon etwas spät dran, wollte meinen Sohn nach einem langen Schultag nicht unnötig lange warten lassen.

Und da war es mal wieder, dieses Phänomen, was ich wohl nie ganz begreifen werde. Plötzlich, hinter einer Kurve, vor mir ein EXTREM langsam fahrender Geländewagen, der versuchte, möglichst jeder noch so kleinsten Pfütze durch noch konzentrierteren Schleichfahrstil auszuweichen. Am Lenkrad eine Frau.

Früher dachte ich immer, ein SUV (‚Sport Utility Vehicle‘) werde häufig von Männern mittleren Lebensalters gern gefahren. Merkmale dieser Art Fahrzeuge sind unter anderem ein hoher Einstieg, ein gutes Platzangebot und die Möglichkeit auch mal ohne Probleme bei 10 Zentimeter Neuschnee Offroad zu fahren. Doch inzwischen scheinen auch viele Frauen die Vorteile dieser Fahrzeuggattung zu schätzen.

Und ab hier wird’s jetzt von meiner Seite stutenbissig.

Ein paar dieser Frauen manövrieren ihre bulligen SUVs über Landstraßen, enge Gassen und den Großstadtdschungel als ob’s kein Morgen gäbe. Sobald sie auf dem höheren Fahrersitz Platz genommen haben, scheinen sie die Welt um sich herum total zu vergessen. Es gibt nur noch sie alleine. Irgendeine höhere Kraft scheint zudem dafür zu sorgen, dass solche Frauen häufig jedes Gefühl für Maß und Schnelligkeit verloren haben.

Wie ist es zu erklären, wenn manche Besitzerinnen solcher Fahrzeuge über Bodenschwellen im Parkhaus und um Kurven schleichen, als ob sie in Stöckelschuhen übers Kopfsteinpflaster tippelten und nicht  in einem höheren Allrad-Szene-Jeep säßen. Ich frag‘ mich, was machen die denn, wenn sie mal tatsächlich bei Schnee über eine Baumwurzel fahren sollen? Oder fahren die etwa nie Offroad?

Oder wie sonst ist es zu erklären, dass eine nicht unerheblich große Zahl an SUV-Fahrerinnen, die nach mir im Parkhaus neben mir einparken, ihr Auto gerne nur fünf Zentimeter von meiner Fahrertür entfernt abstellen, damit sie selbst auf ihrer Seite bequem ein- und aussteigen können, für das Einschieben des bezahlten Parktickets bei der Ausfahrt aber regelmäßig vor der Schranke aussteigen müssen und auf 30 km/h abbremsen, wenn ihnen auf einer gut ausgebauten zweispurigen Straße ein Fiat 500 entgegen kommt? Allerdings dann mit den eigenen Kindern auf der Rückbank mit 80 Sachen durch eine Wohnstraße brettern …

Grrrrr – mein nächstes Auto wird ein ‚Hummer‘ mit Trittbrettern zum leichteren Einsteigen, dann kann ich auch endlich wieder enge Röcke tragen und im Wettkampf bestehen.

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1 Responses to Damenwahl

  1. Papi sagt:

    Klasse! Mir aus der Seele gesprochen. Und das von einer Frau!

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