Strandbeobachtungen_fundwerke_102013Bei dem wunderschönen Herbsttag könnte man meinen, der Sommer kommt zurück. Da erinnere ich mich doch gerne an die ein oder andere Strandbeobachtung aus diesem herrlichen Sommer.

Manchen Leuten ist das Amstrandliegen ja viel zu langweilig – mir nicht! Ich liebe es, die Menschen zu beobachten, genieße die Erholung und Unterhaltung, zwischendurch das Abschalten mit einem Buch oder einem Magazin.

Manche Personen zeigen am Wasser merkwürdige Charakterzüge …

Ausstattungsfetischisten

Für einen perfekten Strandtag reist so mancher Urlauber mit mehr Gepäck an, als ein Weltreisender am Flughafen bei sich hat. Neben einem kleinen handlichen Grill, finden sich mehrere Badetücher (eines zum Abtrocken von Salzwasser, eines zum Abtrocknen von Süßwasser aus der Dusche, eines zum Drauflegen, eines zum …), ein zusätzlicher Sonnenschirm oder eine Strandmuschel, mindestens zwei Kühlboxen (gefüllt mit Essen und Getränke für drei Tage), Ball, Beachball-Set, Taucherflossen, Taucherbrille, Schnorchel, Fischkescher, Eimer, Hüte, Kappen und und und rund um seinen Platz, um ja sicher zu stellen, dass nicht, aber auch gar nichts für einen perfekten Strandtag fehlen könnte. Die Leute benötigen dann aber auch den halben Nachmittag, um all die Dinge wieder einzupacken, bevor sie den Strand vollbeladen wie eine Karawane wieder verlassen können.

Ausstattungsminimalsten

Ganz anders die Menschen, die mit nichts anderem als gerade mal mit einem zusammengerollten Handtuch unter dem Arm auftauchen. Schnell wird allerdings klar, warum sie nicht mehr benötigen. Man sieht sie ohnehin nur kurz bei der Ankunft am Strand. Danach sind sie ständig unterwegs, erkunden die Gegend, sind im Wasser, quatschen mit dem ein oder anderen, laufen zur Strandbar, spielen mit anderen, ihnen fremden Personen, erst Fußball, dann Beachball und zum Abschluss noch ein Match Volleyball, bevor sie sich am Ende des Tages das am Ufer liegende Seekajak ausleihen, noch schnell eine Runde paddeln und den Besitzer des Kajaks zur Verzeiflung treiben, da der nach Sonnenuntergang eigentlich schon lange wieder nach Hause gehen wollte.

Nudisten

Und dann gab es auch dieses Jahr an einem kleinen Strandabschnitt ein paar FKK-Fans. O.k. – grundsätzlich soll jeder selbst entscheiden, wann er seine Klamotten von sich wirft. Aber es gibt da ein paar Vertreter, die das dann so zelebrieren, dass man einfach hinschauen muss, fast schon hinstarrt, obwohl man es doch gar nicht will. Der Grund liegt zum Teil daran, dass sich manche Nudisten etwas eigen bewegen – erst kommen die Klamotten runter, dann wird sich breitbeinig hingestellt, die Hände in die Hüften gestämmt, der Blick über den Strand wandern gelassen bevor derjenige (in dem Fall war es immer DERjenige) langsam losschreitet, nachdem er zuvor noch ein paar kreisende Bewegungen mit dem Becken als Auflockerungsübung absolviert hat, um dann sehr bewußt den Strandabschnitt abschreitet.

Auch ein wenig befremdlich verhalten sich für mich die Frauen, die sich zum Baden das Bikinioberteil ausziehen, es sich aber dann zum Sonnen wieder anziehen, damit sich wohl der Bräunungsgrad (vor und nach dem Urlaub) durch die Unterscheidung von Körperzonen mit und ohne Textilbedeckung besser bemessen lässt.

Poolliebhaber

Für wieder Leute ist es scheinbar überraschend, dass es am Strand tatsächlich Sand gibt. In dem Moment, wo sie den Strand betreten, fällt ihnen ein, dass sie ja eigentlich nicht nur nicht gerne mit ihrem Kind auf den Spielplatz gehen, weil es im Sandkasten dort auch schon so viel Sand gibt,  sondern auch keinen Sandkuchen mögen, keine Sandburgen bauen wollen und erst Recht keine Sandkörner unter den nackten Füßen oder in irgendwelchen Körperritzen spüren wollen. Beim Buchen des Urlaubs hatten sie wohl komplett vergessen, dass sie seit frühster Kindheit an einer Sandphobie leiden.
Alle 15 Minuten erinnern solche Männer oder Frauen ihre Begleitung daran, dass es doch eigentlich viel komfortabler gewesen wäre, am Hotel-Pool zu bleiben. Zwischen diesen Hinweisen versuchen Sie, ihr Handtuch regelmäßig mit dem Wind auszuschütteln, bekommen dann aber einen Anfall, wenn sich der Wind gerade unerwartet gedreht hat und sie selbst und nicht ihr Liegenachbar mit Sandkörnern in Berührung kommen. Falls kleine (!) Kinder in ihrer Begleitung sind, hören diese nicht selten: „Pass doch auf, Du macht’s mich ja ganz sandig!“ Es wäre wohl für alle entspannter gewesen, man hätte den Tag am Pool verbracht.

Leuchtfeuer

Und dann sind da die Menschen, die sich wie ein Grillhähnchen in der Sonne bruzzeln lassen. Einige von Ihnen sind schon morgens so rot, dass zu befürchten ist, sie fangen spätestens am Nachmittag Feuer. Sie scheinen vor nichts und niemandem Angst zu haben, außer vor Sonnencreme und Schatten – diese Teufelskerle. Zum Glück war meine Angst vor der Selbstentzündung bislang immer unbegründet. Aber ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie sie nachts im Stehen wohl geschlafen haben, da die Fußsohlen die einzigen, nicht von der Sonne noch nicht verbrannten Körperstellen waren.

Großzüge Verteiler

Naja, und dann gibt es da noch die Leute – meistens sind es Männer – die auf dem Rückweg vom Wasser, in dem sie entweder stundenlang wie eine Boje ausgeharrt oder Beach-Ball gespielt haben oder sehr aktiv geschwommen sind, jeden und alles nass machen, an dem sie mit den Oberarmen wedelnd vorbei laufen. Je nachdem, wie heiß zwischenzeitlich auch noch der Sand geworden ist, auf dem sie ihre Füße dann hektisch abwechselnd im Stakkato-Laufschritt nach oben ziehen, bekommt man nicht nur das Wasser aus fremden Haaren und Badehose ab, sondern erhält auch gleichzeitig noch eine entsprechende Sandpanade. Lecker!

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6 Responses to Strandbeobachtungen

  1. Janosch sagt:

    Ich habe zwei Lieblingstypen, die ich immer wieder am Strand beobachten kann. Das sind zum einem die Baywatchler, die versuchen David Hasselhoff und Pamela Anderson nachzueifern und sich genauso zum Affen machen. Zum anderen sind das die Businesstypen, die an den Strand kommen um sich kurz zu entspannen und am Ende komplett fehl am Platze wirken, wenn sie mit hochgekrempelten Hosen und Handy durchs Wasser waten:)

  2. Hallöchen Silke,

    ein Strandbesuch gehört für mich zu einem gelungenen Urlaubstag natürlich auch dazu.
    Witzig ist ja auch die Tatsache, dass früher eine vornehme Blässe angestrebt wurde, um sich von den Arbeitern auf den Feldern abzugrenzen. Heute versuchen viele Menschen braun gebrannt zu sein, um (vielleicht?) zu zeigen dass sie sich einen teuren Urlaub leisten können.

    Gruss
    Merida

    PS: Kleiner Flüchtigkeitsfehler: „In dem Moment, wo sie den Strand betretet […] „

  3. Konrad sagt:

    Klasse Artikel, musste gut schmunzeln. Am besten gefallen mir die Austattungsminimalisten, die den Kajakverleiher in den Wahnsinn treiben. Ich war mal mit meinem Sohnemann am Strand, da war der so 2 Jahre alt. Da kam ein ca. 60jähriger Mann splitternackt vorbei gejoggt. Da ist selbst dem sonst nicht zu erschütternden Miniman das Gesicht eingeschlafen, wie der Riesen Schlabber Piepel da hin und her hüpfte :-)

  4. Artur sagt:

    Ich muss sagen, dass mir selber am besten die Nudisten gefallen. Die Kinder schauen immer hin, die Nudisten sind genervt, weil die glotzen usw. :)
    Übrigens ich finde den Beitrag sehr toll, lustig, lustig wie wir uns so am Strand benehmen, ich muss sagen, dass ich mich selber wieder erkannt habe auch :)

  5. chris85 sagt:

    :D ein wirklich sehr amüsanter Artikel. Vor allem der Nudisten-Part war nett geschrieben. Wir waren auch erst vor kurzem im Urlaub und der Strand ist natürlich ein muss. Es ist schon sehr interessant, wie Sie unterschiedliche Charaktere aufgegriffen und beschrieben haben. Wir zählen dann wohl eher zu den Ausstattungsfetischisten :) Allerdings haben wir auch zwei Kinder und am Strand fehlt natürlich noch der Bollerwagen in Ihrer Liste. Der ist stets mit dabei inkl. Sonnenschirm, Kühlboxen und anderen Sachen ;)

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