„the HAND of GOD“ – ein Film, der mich, dank der Empfehlung von C., gestern Abend so schön eingemantelt hat, als Wut und das Gefühl von Machtlosigkeit gerade Oberhand über mich gewinnen wollten.

Dabei geht es in dem Film auch darum, wie die selbstverständlich geglaubte, sichere Welt aus den Fugen gerät.

»Hast Du geweint?«

»Ich kann nicht.«

»Die Realität gefällt mir nicht mehr.«

Der Film bietet ohne Ende schöne Bilder. Die Aufnahmen für mich zum Teil überwältigend – egal, ob es nun die Landschaften sind, das Stadtbild Neapels oder auch die Szenen, in denen die Familie zusammen kommt.
Und zugleich ist der Film auch sehr intim – erzählt vom Aufwachsen und Erwachsenwerden, von der Sinnsuche, von der Frage, was man mit dem eigenen Leben eigentlich anfangen soll und kann.

the HAND of GOD ist ein Film über die Jugend von Fabietto im Neapel der 1980er-Jahre und zugleich die frei erzählte Autobiografie des Regisseurs Paolo Sorrentino.

Während sich 1984 ganz Neapel über Gerüchte den Kopf zerbricht, dass der argentinische Fußballstar Diego Maradona zum Verein der Stadt wechseln könnte, ahnt der junge, filmbegeisterte Fabietto noch nicht, dass sein einfaches, behütetes Leben mit Mutter, Vater, Bruder, Schwester und skurriler Großfamilie bald eine tragische Wende nimmt. Der (italiensche) Humor ist da manchmal schon etwas gewöhnungsbedürftig, passt aber eigentlich auch perfekt, weil man gerade zu Beginn des Films ersmtal nicht ganz sicher ist, ob das nicht sogar eine Komödie sein soll.

the HAND of GOD ist voll von heiteren, bizarren, wunderlichen und traurigen Episoden – sehr liebevoll geschildert.

Entgegen des Filmtitels scheinen sich aber weder Gott noch seine Heiligen in das Schicksal von Fabiettos Familie direkt einzumischen.

Und wer sich, so wie ich mich fragte, fragt, was es mit dem Titel des Films denn dann auf sich hat:
Der bezieht sich auf das umstrittene Siegestor Maradonas im Viertelfinale der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko, als Argentinien England mit 2:1 bezwang, nachdem der Schiedsrichter den vermeintlichen Kopfballtreffer von Maradona als reguläres Tor gewertet hatte.
In Wahrheit hatte der Argentinier den Ball mit seiner Rechten ins Netz gelenkt. „Es war ein Treffer durch die Hand Gottes und den Kopf Maradonas“, behauptete dieser selbst. Erst zwei Jahrzehnte nach dem Turnier, das Argentinien im Finale gegen Deutschland für sich entschied, gab Maradona zu, den Ball abgefälscht zu haben.

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