IntelligenteAntwort_fundwerke_092013In den gestrigen Nachrichten wurde über Hassbriefe berichtet, in denen die rechtsextreme NPD Bundestagskandidaten mit Migrationshintergrund zur Ausreise aus Deutschland auffordert.

Einige Antworten auf die Briefe dieser modernen, hirnamputierten Faschisten wurden nun verschick; eine davon ist bei DIB – Die Integrationsblogger wie folgt dokumentiert:

Auszug aus dem NPD-Brief:

»Heimwandern statt einwandern!

Hallo Migrant,

das Wort Migrant stammt aus der lateinischen Sprache. Latein sprachen dereinst die Römer. Deren mächtiges Imperium ging unter, weil zu viele Migranten ins Römische Reich eindrangen und Parallelgesellschaften errichteten.

Das Wort Migrant wie gesagt, kommt von dem lateinischen Begriff migrare. Das heißt auf deutsch: wandern. Das klingt harmlos, wenn es da nicht die erschreckenden Folgen gäbe. Zum Glück hat das Wort aber weitere Bedeutungen. Denn es kann auch mit: auswandern, transportieren und übersiedeln übersetzt werden.

Also könnte Ihr Migrationsfall durch die Deutschen im römischen Sinn kritisch gewertet werden. Ihre politische Einflussnahme auf die ethnische Gruppe der Deutschen könnte aus menschrechtlichen Erwägungen vielleicht sogar strafbar sein, weil es verboten ist den physischen und psychischen Zustand einer ethnischen Gruppe zu manipulieren.

Aber Sie haben eine echte Chance es nicht so weit kommen zu lassen. Erinnern Sie sich? Migrare heißt auch auswandern. Wir sehen darin eine patente Lösung. Denn in keinem Fall sollen Sie in irgendeiner Sie persönlich benachteiligenden Form transportiert werden. Wir bevorzugen Ihre Übersiedelung durch Auswanderung.

Bedenken Sie bitte auch wieviel Sorgen und Nöte Sie den etablierten Politikern ersparen. Die haben nämlich geschworen Schaden vom deutschen Volk fernzuhalten und seinen Nutzen zu mehren. Durch Ihre Auswanderung wird dieser Eid nicht nur eine hohle Phrase sein, sondern wahr werden.«

Ein besorgter Deutschtürke hat auf diesen Brief wie folgt geantwortet:

»Heraushalten statt dummes Zeug labern!

Hallo Idiot,

das Wort „Idiot“ stammt aus der griechischen Sprache. Griechisch sprechen die Griechen. Deren Vorfahren erfanden einst die Demokratie, weil zu viele Idioten in Machtpositionen eindrangen und idiotische Gesellschaften errichteten.

Das Wort „Idiot“, wie gesagt, kommt von dem griechischen Begriff „idiotes“. Das heißt auf Deutsch „Privatperson“. Das klingt harmlos, wenn es da nicht die erschreckenden Folgen gäbe. Zum Glück hat das Wort aber weitere Bedeutungen. Denn in der Polis bezeichnete man damit „Personen, die sich aus öffentlichen-politischen Angelegenheiten heraushielten und keine Ämter wahrnahmen“.

Also könnte Ihr Idiotiefall von Seiten logisch denkender Menschen im griechischen Sinne kritisch gewertet werden. Ihre politische Einflussnahme auf die Gruppe der Menschen, die einfach nur friedlich gemeinsam leben möchten, könnte aus ver­fas­sungs­recht­lichen Erwägungen vielleicht sogar strafbar sein, weil laut unserem Grundgesetz die Würde eines jeden Menschen unantastbar ist!

Aber Sie haben eine echte Chance, es nicht so weit kommen zu lassen. Erinnern Sie sich? Das Wort „idiotes“ heißt auch, sich aus öffentlichen und politischen Angelegenheiten herauszuhalten. Ich sehe darin eine patente Lösung. Denn in keinem Fall sollen Sie in irgendeiner Sie persönlich benachteiligenden Form behandelt werden. Ich bevorzuge Ihre Heraushaltung aus eigener Überzeugung.

Bedenken Sie bitte auch, wie viele Sorgen und Nöte Sie denjenigen ersparen, die sich der Zukunft Deutschlands opfern. Die haben sich nämlich dafür entschieden, Deutschland nicht im Stich zu lassen. Durch Ihre Heraushaltung wird aus dieser Entscheidung nicht nur ein Wunsch, sondern eine echte Chance werden.

Mit freundlichen Grüßen,

ein verantwortungsvoller und besorgter (türkischer) Deutscher

PS: Ich habe einige kleine Verstöße gegen die deutsche Rechtschreibung korrigiert und paar Dinge so geschrieben, dass man es besser lesen kann. Deutsch ist eine sehr schöne Sprache und bietet beispielsweise viele nutzvolle Kommaregeln, die es noch viel schöner machen, auf Deutsch zu schreiben und zu lesen. Wir sollten alle darauf achten, unsere schöne deutsche Sprache zu bewahren. Denn wenn wir sie nicht schützen, wer dann?«

Wer weiß, ob der NPD-Empfänger die Antwort überhaupt verstehen wird?!

Die NDP-Aktion finde ich widerwärtig. Hoffentlich ist die dennoch humorvolle Antwort keine vertane Liebesmüh!

Die NPD-Aktion zeigt leider mal wieder sehr deutlich wie wichtig es ist, hinzuschauen – laut „nein“ zu sagen.

[Fundort: Post von Deutschlandradio Kultur auf Facebook.]

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4 Responses to Intelligente Antwort auf den Brief eines Idioten

  1. jonny sagt:

    Hab das erst vor ein paar Stunden auf Facebook gesehn. Ich hoffe auch, dass die NPD sich das mal etwas genauer ansieht. ;)

  2. fundwerke sagt:

    Ich wundere mich gerade. Ich wundere mich darüber, dass seit dem 17. September zwar inzwischen 1277 Personen diesen Post in meinem Blog gelesen haben, aber parallel dazu knapp 100 Feed-Abonnenten Ihr Abo bei fundwerke.de aufgelöst haben.
    Bin ich jetzt etwa zu politisch für die Eine oder den Anderen geworden?

    Die von der NPD verfolgte Strategie ist nicht neu, wird für die Betroffenen deswegen aber nicht erträglicher: Mit beleidigenden Briefen und rassistischen Plakaten versucht die NPD zu provozieren.

    Daher bin ich nach wie vor der Meinung, dass es wichtig ist, hinzuschauen. Die Unbelehrbaren werden wohl leider nicht schlauer, aber nur der Wähler kann eine, in diesem Fall diese Partei stoppen.

  3. Zachmayer Thomas sagt:

    Ich finde das gut und bitte darum, es nicht zu unterlassen. Nur wenn man den „Idioten“ entgegentritt, über deren politische Positionen ein echter Demokrat (egal aus welchem Lager) nicht diskutieren will und gegen die ein echter Demokrat sofort aufstehen sollte (siehe Hape Kerkeling in „Ich bin dann mal weg“), wird man sie dorthin bringen, wo sie hingehören, ins Private oder zur nachhaltigen Änderung ihrer Meinung. Wir sind keine Opfer mehr, wir sind die, die aufstehen, weil wir Demokraten sind.

  4. Mein Bravo dafür! Und hiermit eine neue Leserin gefunden, die gerne wieder zum Lesen hier vorbei schaut. Weiter so!

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