Ein aus Österreich stammender FPÖ-Leserbrief wird von Deutschen geteilt, bejubelt, beklatscht …
Wart‘ mal – Österreich – da war doch was …

Populistische Hetze vom Feinsten – funktioniert mit diesem „Leserbrief“ seit 2009.

So teilte auch im Juli 2016 Jean Pütz auf Facebook diesen „Leserbrief“, der damals bereits schon 7 Jahre alt war. Alte „Kamelle“, mit der alle Türken totalisierend unter Generalverdacht gestellt werden.

Mit dem Erfolg, dass dieser Leserbrief nach wie vor, jetzt erst Recht, wo es die politischen Probleme mit Erdoğan gibt, die Runde macht, ohne dass sein Inhalt und seine Wirkung in vielen Fällen auch nur ein kleines bisschen hinterfragt wird.

Das geht in Richtung Rassismus – und darauf habe ich keinen Bock!

Das Argument mancher „Weiterposter“: »Sicherlich ist es pauschaliert, das ist nicht in Ordnung. Dennoch, wenn es alle türkischen Mitbürger lesen würden, würden sich auch die Richtigen angesprochen fühlen.«
Ja, wenn …
Da stellen sich mir nur gleich die nächsten Fragen:
Wer sind „die Richtigen“?
Und – wenn es alle türkischen Mitbürger (die in Österreich oder die in Deutschland lebenden?) lesen würden, werden mit einem solch populistischem Post nicht eher die „Guten“ gekränkt sein, weil sie mit „den Richtigen“ in einen Topf geworfen werden?

Pauschalisierende Unterstellungen haben nach meiner Erfahrung noch nie dazu beigetragen, dass sich „die Richtigen“ von einer wie auch immer formulierten Kritik angesprochen fühlen, ihr Verhalten überdenken und ggf. ihr Handeln ändern würden.

Ähnlich verhält es sich mit Sammelmails – manche machen durchaus Sinn, in der Regel aber führen sie zu nichts. Denn jeder, der eine Sammelmail bekommt, geht davon aus, dass sich irgendwer schon um die darin gestellte Aufgabe kümmern wird, mit dem Ergebnis, dass sich natürlich niemand um die Aufgabe kümmert.

„Die Richtigen“, die vermeintlich angesprochen werden sollen, verstecken sich hinter der Masse all der anderen pauschal Verurteilten. Während sich diese, eigentlich für ein friedliches Miteinander einstehenden, Bürger zu Recht diffamiert fühlen – pauschalisierende Posts sind also keineswegs Anregungen für konstruktive Ideen zum besseren Miteinander.

Es ist nicht angemessen, wenn ein ganzes Volk, aufgrund von einzelnen, schlechten Erfahrungen, dem Handeln Einzelner, kollektiv diffamiert wird.

So schürt man Hass und legt Feuer zwischen Bürgern, die miteinander friedlich leben wollen.

P.S.: Ich habe mich bewusst dafür entschieden, den „Leserbrief“ hier nicht erneut zu posten und damit für seine weitere Verbreitung zu sorgen. Viele von Euch haben ihn sicherlich schon an anderer Stelle gesehen. Alle anderen können ihn sich hier anschauen.

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