C.J. Skuse - Ziemlich krumme DingerWegen mehrerer Insektenstiche der unbekannten Art für drei Tage ins Krankenhaus gehen zu müssen, kann durchaus etwas Positives haben: Man kommt endlich mal dazu, ein Buch am Stück durchzulesen.

Dass der Lesestoff dann auch noch etwas mit Stichen zu tun hat, allerdings mit einer anderen Art von Stichen, störte nicht im Geringsten.

C. J. Skuse: Ziemlich krumme Dinger

Das Buch findet man offiziell in der Jugendbuchabteilung, empfohlen für 14 – 17jährige. Jetzt bin ich zwar schon ein wenig älter, trotzdem fand ich die Geschichte bemerkenswert, in einem schrägen, witzig, spannend, flüssigem Stil geschrieben, die Charaktere genial, wenn auch, mit einem kleinen Stich.

Das bunte Cover ist auch gleich einer Krankenschwester aufgefallen. Der Blick ging sofort auf die aus bunten Kugeln geformte Pistole. Die Pistole mit den erhaben geprägten Zuckerperlen ist nicht nur ein Blickfang, sondern passt auch bestens zur Geschichte der krummen Dinger.

Der 1980 in England geborenen Autorin gelang es, mich zu fesseln. Die Spannung – um jetzt mal noch die Frage der Krankenschwester zu beantworten – wird bis zum Ende aufrecht erhalten. Besser als bei manchen Krimis.

Die Zwillinge Paisley und Beau wachsen in schwierigen Verhältnissen  in Amerika auf. Ihre Mutter ist psychisch krank und als notorische Trinkerin, selten nüchtern. Die Kinder leiden unter ihren Erniedrigungen und Strafen. Nur der Vater bringt den beiden Liebe entgegen; die Kinder vergöttern ihn. Die Mutter stirbt an einer Überdosis Alkohol und Tabletten und wird von ihren sechsjährigen Kindern zu Hause gefunden. Beide wollen sofort ihren Vater von der Arbeit abholen, verirren sich dabei aber im Wald. Nach drei Tagen werden sie wie durch ein Wunder unverletzt gefunden. Ihre Geschichte geht durch alle Medien. Viele Menschen, die ihr Schicksal berührt, spenden spontan Geld für die Zwillinge. Zwischenzeitlich kam jedoch auch noch der Vater wegen eines Raubüberfalls ins Gefängnis. Als einzige Verwandte erklärt sich die Großmutter dazu bereit, die Zwillinge bei sich aufzunehmen und vermarktet die Geschichte der „Wunderzwillinge“. Ihr geht es aber nicht um die Enkel, sondern allein um das Geld, das die Bevölkerung für die Zwillinge gespendet hat.

Und hier beginnt die eigentlich Geschichte. Das Buch erzählt sowohl aus Paisleys als auch aus Beaus Sicht, die Kapitel wechseln sich ab, die Geschichte bleibt bis zum Schluß abwechslungsreich und spannend: „Ein vermisster Vater, ein geklauter Revolver und zwei Sechzehnjährige auf der Flucht.“

Auch wenn das Buch am Anfang vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig ist – die Geschichte ist, und das ist an der ein oder anderen Stelle das Erschreckende, immer glaubwürdig. Mich hat das Buch fasziniert und begeistert, ich kann es nur empfehlen.

 
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