Hannover - BödekerstraßeVor ein paar Jahre habe ich in Hannover gelebt – dort habe ich geheiratet, dort sind unsere Kinder zur Welt gekommen.
Hannover ist schön. Wann immer jemand von mir wissen will, wie es mir in Hannover gefallen hat, dem erzähle ich gerne, wie lebenswert Hannover ist.

Allerdings – es gibt tatsächlich zwei Dinge, die mich während meiner Zeit in Hannover immer wieder irritiert haben.
Zum einen war da das Firmenschild des „Top-Braun-Sonnen-Figur-Nagelstudios“ in der Celler Straße, Ecke Hamburger Allee, welches sogar bei Max Goldt in seinem Buch „Ä“ Erwähnung fand. O.k., mal von dem leicht befremdlichen Namen abgesehen – der Besitzer des Unternehmens hat das Ladenlokal umbenannt und die Schilder inzwischen entfernen.

Was noch? Hannoveraner sind höfliche Leute. Sie sprechen in der Regel so deutlich, dass auch Zugereiste sie ohne Probleme verstehen, sie bieten einem heiße Getränke auf dem zugefrorenen Maschsee an, sie zwingen niemanden dazu, Lütje Lage zu trinken, wenn man es nicht wirklich möchte…

Aber, und das ist jetzt wirklich etwas, was ich schon damals nicht verstanden habe und auch heute nach wie vor nicht. Zumal mir dieser Umstand zunehmend auch in Nordrhein-Westfalen, inzwischen sogar in Süddeutschland begegnet.

Eines Tages hatten wir in der Agentur ein Meeting. Aufgrund meiner fortgeschrittenen Schwangerschaft war ich froh, auf einem der bequemeren Stühle Platz nehmen zu können. Die Luft war zum Schneiden. Da stand ein Mitarbeiter auf, öffnete das Fenster und bot mir ein Glas Wasser an. Ich freute mich über die Aufmerksamkeit und sagte: „Dankeschön!“, aber der Mitarbeiter winkte ab und sagte: „Ach! Da nich für!
Da war sie wieder, diese Antwort auf die Höflichkeitsformel „Danke!“. Ich fragte unüberhörbar: „Wofür denn dann?“ Die bei meinem Gegenüber und allen Anwesenden ausgelöste Irritation soll hier nicht näher beschrieben werden.

Wann immer ich auf ein „Danke!“ ein „Da nich(t) für!“ höre, zucke ich zusammen, überkommt mich schon fast ein beschämendes Gefühl. Hätte ich mich etwa für etwas Anderes bedanken müssen? Für eine größere Sache, deren Nutznießer ich war, ohne es zu merken?

[Fundort: "zufälliges" Telefonat mit meiner Freundin M. aus H. bei R.]

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