…. viele Paare zelebrieren den Valentinstag auf romantische Art, andere schließen sich im Groll auf diesen Tag zusammen und wieder andere stehen peinlich berührt vor einem Menschen, weil sie schlicht vergessen haben, dass es schon wieder so weit ist – andere sind einfach nur traurig, weil trotz des wochenlang zuvor schon mit der Nase in Werbung etc. Draufgestoßenwerdens dennoch keiner an sie denkt.

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Lieber Valentinstag,

nichts für ungut, aber solltest Du nicht eigentlich überflüssig sein?
Genauso wie der Muttertag bist Du doch irgendwie so ein Tag, der Schuldbewusstsein und Kaufhysterie auslöst, oder? Ach herrje, es ist ja morgen Valentinstag, ach herrje, es ist ja morgen Muttertag – noch schnell Blumen und Pralinen besorgen…

Und dann diese vorgefertigten, schmachtenden Glückwunsch-Bildchen, zu denen man nichts Persönliches dazu tun muss, die man aber ratz fatz an die komplette Kontaktliste verschicken kann – nicht zu vergessen, gespickt mit einer kleinen Lektion zum Thema „echte Freundschaft“ und man selbst solle doch bitte jeden Tag zum Valentinstag machen.
Valentinstag, irgendwie erinnerst Du mich an Glückwünsche zum Geburtstag auf Facebook. “Der oder die haben heute Geburtstag, hinterlasse einen Glückwunsch.” Ok, was hingeschrieben und weiter geht’s …

Ich weiß, dass meine beiden Kinder schon wie wild wegen Dir in Kindergarten und Schule gebastelt haben, basteln mussten, obwohl ich das aber eigentlich gar nicht alles wollte. Natürlich freute ich mich über die selbst gebastelten Dinge. Allerdings, weißt Du was? Ich träume tatsächlich davon, jeden Tag ein bisschen „Tag der Liebenden“ zu haben. Was sagst du dazu?

Nein, ich wünsche mir nicht an jedem Tag Blumen, selbstgebastelte Liebesschwüre oder Candle-Light-Dinner – versteh mich jetzt nicht falsch. Würde auf Dauen ja auch dick machen – und wohin mit all den Bastelarbeiten und Blumensträußen. Nein, ich wünsche mir jeden Tag ein bisschen Anerkennung und nette Gesten.

Jetzt sei nicht gleich beleidigt, Valentinstag! Und auch Du nicht, Muttertag! Ja, da ich klinge vielleicht wie meine Mutter und Oma und Ur-Oma: „So ein kleines bisschen mehr ausgesprochene Anerkennung für meine Mühen, hach das wäre ab und zu schon schön…“

Wenn eine Gesellschaft mir sagen würde: Du bist Kassiererin, Ärztin, Anwältin, Professorin, Friseurin, egal was, und Du willst auch Mutter sein? Grossartig! Danke!
Wäre doch toll, wenn ich jeden Tag in irgendeiner Zeitung lesen könnte, wie wichtig es für die Gesellschaft und die kommende Generation ist. Wie erstrebenswert das eigentlich ist und nicht wie mühevoll und irgendwie saublöd wegen Karriereknick, Armutsrisiko und Alltags-Frust und so.

Es kann doch nicht reichen, ein- bis zweimal im Jahr den Glitzer rauszuholen, oder? Vorprogrammierte Gefälligkeitsliebesschwüre sind doch irgendwie langweilig. Was gibt es Schöneres, als ein spontanes „Ich mag Dich“, „Schön, dass es Dich gibt“ oder  „Ich liebe Dich“, mitten im Alltag – beim gemeinsamen Gang zum Flaschencontainer, Schwitzen beim Sport, nach dem Zoff über Putzgewohnheiten oder beim unspektakulären Sofa-Abend.
Was meinst Du dazu, Valentinstag? Oder, bin ich einfach nur viel zu unromantisch?

Viele Grüße
Silke

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2 Responses to War’s das?

  1. Liebe Silke, so wie es dir wünschst, machen wir es schon seit Jahren. Meine Liebe kommt nicht nur 1 x im Jahr zum Ausdruck, sondern jeden Tag. Danke, dass es dich gibt. Danke fürs Kochen etc.
    Danke dir für deine Anregungen. Kommerz greift in diesen Zeiten einfach nicht mehr.

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