Artikel in der Frankfurter Neuen Presse vom 9. September 1987Nachdem ich lange Zeit dachte, ich hätte meine „journalistischen Wurzeln“ bereits kurz nach meiner Volljährigkeit bei einem Praktikum in einer Lokalredaktion der Frankfurter Neuen Presse irgendwo zwischen ortsansässigem Kaninchenzucht- verein, Dunkelkammertürschwellen, jähzornigem Chef, dem Besuch von Gerichtsverhandlungen sowie einem Ritt auf dem Mähdrescher, begraben, stelle ich fest, dass es für eine Beerdigung wohl zu früh war.

Schon länger spiele ich mit dem Gedanken, Eigenes, Fundstücke, Unterhaltsames oder auch Wissenswertes ohne konzeptionellen Anspruch, mal sachlich, mal emotional, aber immer authentisch, zu sammeln und aufzuschreiben. Warum einen Teil davon nicht öffentlich machen und gemeinsam entdecken, dass das Internet z.B. weit mehr zu bieten hat, als nur bedruckte Seiten hinter Glas, vor denen sich die ein oder anderen nach wie vor fürchten?

Der Blog ist dabei nicht nur eine Möglichkeit, um Ansichten und freies Wissen unkompliziert zu publizieren. Ich hoffe, er wird auch mich, die ich dann regelmäßig in die Tasten haue, weiter bringen. Gründe gibt es also einige.

Experimentieren

Ob Bloggen das Richtige für mich ist? Immer wieder habe ich mir diese Frage gestellt. Heute denke ich – ob es mir liegt, merke ich wohl erst, wenn ich es ausprobiere.

Beachtung

Beachtung ist die Nahrung in der digitalen Welt. Aber nicht nur hier. In Jedem von uns schlummern Interessen und Leidenschaften – egal ob es bei dem ein oder anderen das Anrühren spezieller Currysoßen, Musikmachen, Fußballspielen oder das Züchten neuer Hauswurzsorten ist… Geteilte Freude ist doppelte Freude.

Wenn dann eine der Interessen zum Beruf wird, bekommt das Thema Beachtung einen weiteren Stellenwert.
Seit 2009 bin ich Webcontentmanagerin und glücklich, meine Leidenschaften Kommunikation und Internet beruflich miteinander vereinbaren zu können. Hin und wieder werde ich in diesem Blog etwas dazu schreiben. So kann ich mein Tun, das häufig genug selbst Freunde immer noch nicht ganz verstehen, Leuten vorstellen, die sich über einen anderen Weg vielleicht nie mit diesen Themen beschäftigt hätten.

Ideen ausprobieren

Manchmal ist man von einer Idee komplett berauscht und denkt: Das wird der Bringer. Bevor man viel Zeit investiert, sich verrennt, liefert vielleicht der ein oder andere Test, die ein oder andere im Netz zur Diskussion gestellte Überlegung mehr Klarheit.

Austausch

Feedback ist gut und wichtig für jede Arbeit. Blogs geben die Möglichkeit, eine direkte Rückmeldung von unterschiedlichsten Personen zu bekommen. Es kommen Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge. Artikel können organisch wachsen, Ideen damit auch.

Kunden finden

Vielleicht kann ich über das Bloggen auch neue Kunden gewinnen. Zwar steht auf meiner Website www.webcontentmanagement.de schon eine ganze Menge über meine Leistungen. Aber auf fundwerde.de kann ich aktueller sein, Inhalte ausführlicher beleuchten.

Irgendwas ist immer

Ursprünglich ist ein Blog ja ein Logbuch, ein auf einer Website geführtes Journal. Jeder Post ist ein Puzzleteil vom Ganzen. Für mich ist fundwerke.de eine lebendige Sammlung von Themen, mit denen ich mich beschäftige. Irgendwas ist schließlich immer.

Neugierde

Mein Lieblingsgrund: Neugierde – lebenslanges Lernen. Blogs sind ein idealer Weg, dies gleich auf mehreren Gebieten zu tun. Nicht nur, dass die gewählten Blog-Themen in die Tiefe gehen können. Welche Artikel interessieren die Leser besonders? Wie muss ich meine Texte aufbereiten und Wissenswertes verpacken, dass es spannend bleibt? Was regt die Leute auf? Woran reiben sie sich? Schon beim Untersuchen dieser Punkte werden viele Dinge klarer. Und ich kann dieses Wissen für mich sinnvoll für andere Situationen und Projekte nutzen.

 

In der Mitte meines Lebens – so hoffe ich doch – stellt sich mir die Frage: Was war bis hierher? Und: Was habe ich noch vor? Bestimmte Dinge sind mir nicht mehr peinlich, ich mache sie einfach. Ich habe immer weniger Lust auf faule Kompromisse. Nehme mir die Freiheit, öfters „Nein“ zu sagen und mache mir so meine Gedanken zu Themen wie Routine und Veränderung, Jugendlichkeit und Alter, Liebe, Familie, Freundschaft und Alleinsein, Schönheit und Scheitern, Krankheit und Glück, Grenzen und Kraftquellen, Perfektionismus und Unvollkommenheit.

In meinem Kopf ist für all die Gedanken, Entdeckungen, Überlegungen und Ideen nicht mehr genug Platz. Ein Teil davon will aufs Papier oder eben auch ins Netz.

Ist mir schon klar – die einen werden verwundert, vielleicht aber auch mit einer kleinen Portion Neugierde die Entwicklung von fundwerke.de verfolgen. Andere werden denken, „jetzt lässt sie komplett die Hosen runter“, „hat wohl zu viel Zeit“ oder „wen interessiert’s?“. Wieder anderen ist das komplett egal. Oder sie können damit überhaupt nichts anfangen.

Wenn ich es schaffe, dass mein Blog weiterempfohlen wird, jemand über den ein oder anderen Beitrag schmunzelt, lacht oder nachdenkt oder noch besser: ihn kommentiert, dann ist das für mich genug Grund, mit dem Bloggen weiterzumachen. Ich bin gespannt!

09.07.2014

Witzigerweise läuft mir heute eine sogenannte Blogparade, oder um es mit Markus Worten zu sagen, ein Blog-Bang über den Weg, in dem es gerade um die Frage nach dem WARUM? geht, die ich mir hier vor ein wenig mehr als zwei Jahren bei meinem Start ins Bloggerinnen-Leben beantwortet habe.

Meine Antworten würde ich heute wieder ganz ähnlich formulieren.

Inzwischen finden durchschnittlich 115 Besucher täglich auf meine fundwerke.de Das freut mich jeden Tag auf’s Neue, spornt an – fühlt sich gut an!

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3 Responses to Warum jetzt auch noch ein Blog?

  1. Doris sagt:

    Warum jetzt noch ein Blog?

    Darum: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,827995,00.html

    Also, liebe Silke, weitermachen! Freu mich schon!

  2. fundwerke sagt:

    Weitere spannende Bloggeschichten gibt es bei der Blogparade von Alexandra Steiner nachzulesen. Wer selbst mitmachen möchte, kann das über diesen Link noch bis zum 31. August tun.

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