Was mich immer wieder erschreckt – wie manche Menschen fast schon vor Neid schäumen, wenn einem Anderen etwas gelingt, sie aber fast schon erleichtert seufzen, wenn Andere versagen.

Ich befürchte, unser Kampf, einander feiern zu können, sich über das, was Andere erreicht haben, uneingeschränkt freuen zu können, ist mit am schwierigsten, wenn man Mensch ist.

In letzter Zeit begegnet er mir wieder häufiger. Dieser Neid. Diese argwöhnischen Blicke. Dieses Schlechtreden von Leistungen anderer.
Ich selbst kann mich leider auch nicht immer so frei davon machen, wie ich es mir wünsche.

Dabei – dieser Neid – er vergiftet Seelen, sägt an Freundschaften. Und jeder von uns kennt ihn. Weil er selbst gelegentlich neidisch auf jemanden ist, oder weil er den Neid anderer auf sich spürt. Eine ungute Mischung von Ärger, Wut und  Traurigkeit würde ich sagen.

„Die aufrichtigste Form der Anerkennung“,

meinte einst Wilhelm Busch oder Robert Lembke:

„Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen.“

Mag schon sein, dass da ‚was dran ist. Gefallen tut mir das nicht. Warum ist so häufig keine direkte Anerkennung ohne Umwege möglich oder eben überhaupt keine Anerkennung?

So richtig schräg wird es dann ja, wenn jemand neidisch auf etwas ist, was er, wenn man ihn fragt, so 1:1 allerdings gar nicht haben möchte.

Wenn ich mir so manche Menschen anschaue, dann befürchte ich, dass zuviel Neid einsam macht, wahrscheinlich sogar auch irgendwie krank. Ich habe gelesen, dass erste Forschungsergebnisse auf einen Zusammenhang zwischen Neid und der Neigung zu Depressionen hindeuten.

Als Konsequenz wäre es vielleicht das Beste, den Neid nicht zu unterdrücken, sondern für sich zu analysieren, herauszufinden, was diese Neidgefühle über einen selbst aussagen.
Schließlich liegt es an uns selbst, zu entscheiden, mit wem wir uns vergleichen – mit denen, die mehr haben, oder mit denen, die weniger haben:

Mit wem vergleiche ich mich?
Woran hängt mein Herz?
Kann ich meine Zufriedenheit auch anders erlangen?
Mein Bekannter verdient zwar viel mehr Geld als ich, dafür schuftet er aber auch fast rund um die Uhr. Will ich das?

Möglicherweise stärkt man damit den Blick auf die eigenen Stärken, die Persönlichkeit sowie den materiellen und nichtmateriellen Reichtum, den man bereits besitzt – wandelt die Neidgefühle in positive Energie um.

Dann fällt es vielleicht auch leichter, mit dem eigenen Leben so zufrieden zu sein, wie es ist ODER etwas am eigenen Leben zu ändern, damit es mehr den eigenen Vorstellungen und Wünschen entspricht.

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4 Responses to Warum dieser Neid?

  1. Mir selber passiert es immer wieder, dass ich von Neidern als Angeber angesehen werde, weil ich ungezwungen darüber spreche, was mir Gutes widerfahren ist. Da mir selber Neid völlig fremd ist und ich mich eher mit anderen Menschen freue, wenn sie etwas schönes gekauft haben oder Erfolg haben, kommt mir oft erst gar nicht in den Sinn, dass ich andere mit meinem Gerede provoziere. Dass Neid unglücklich macht, glaube ich gerne, wenn man immer nur darüber nachdenkt, was andere Menschen mehr haben oder es ihnen besser geht.

  2. Johanna Bauer sagt:

    Ich ertappe mich auch immer selbst dabei, die Leistungen von anderen schlecht zu reden. Vor allem aber immer dann, wenn eigentlich meine eigene nicht die beste war.

    Man zieht sich ja gerne hoch, indem man andere runterzieht. Aber allein die Tatsache, dass man sich dessen auch bewusst ist und man versucht das zu lassen, ist ein gutes Zeichen.

  3. Ich halte es gerne mit den Sprichwörtern: „Laufe erst einige Zeit in den Schuhen des anderen und schaue dann wo der Schuh drückt“ oder „Bestelle den Garten des Nachbarn, dann weißt du was es kostet diese Blumenpracht zu haben“.

    Anders ausgedrückt: Möchte ich all das tun, was der andere macht um das zu erreichen, was er hat?
    Diese Hinschauen, hat für mich vieles relativiert. Und nein, ich bin nicht neidisch, im Gegenteil. Ich freue mich riesig über den Erfolg vom anderen.

    • fundwerke sagt:

      Liebe Margarete, sehr passende Sprichwörter zum Thema! Danke Dir. Ich kann mich auch sehr über den Erfolg von anderen freuen, mich mit ihnen freuen und für sie freuen, das Erreichte gemeinsam feiern. Das tut auch mir gut.

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